10.06.2005
Vitamine machen Spermien fit
So lauten die Ergebnisse einer Pilotstudie an 40 jungen Männern. Jetzt muss der mögliche Nutzen einer Vitamintherapie in großen Studien überprüft werden.Die Teilnehmer an der Studie wiesen eine unterdurchschnittliche Spermienanzahl und erhöhte Homocysteinwerte auf. Zudem war die Beweglichkeit der Spermien verringert. Über drei Monate erhielten sie 300 Mikrogramm Folsäure, drei Milligramm Vitamin B6 sowie drei Mikrogramm Vitamin B12. Nun sanken die Homocysteinspiegel von durchschnittlich 13,5 Mikromol pro Liter auf 9,7 Mikromol pro Liter. Damit war das Ziel erreicht, denn Werte unter zehn Mikromol pro Liter gelten als unproblematisch. Außerdem nahm die Spermienanzahl im Ejakulat von durchschnittlich 44 Millionen pro Milliliter auf 55 Millionen pro Milliliter zu. Zum Vergleich: Männer mit einer Spermienanzahl von weniger als 20 bis 40 Millionen pro Milliliter gelten als unfruchtbar.
Gerade bei Männern mit einer eingangs sehr niedrigen Spermienanzahl von neun Millionen pro Milliliter und stark erhöhten Homocysteinwerten verdreifachte sich die Spermienanzahl unter der Therapie. Auch die Beweglichkeit der Spermien erfuhr eine deutliche Verbesserung.
Ungefähr ein Drittel der Männer, die unter einer schlechten Spermienqualität leiden, haben gleichzeitig erhöhte Homocysteinwerte. Homocystein ist eine in der Nahrung nicht vorkommende Aminosäure und ein körpereigenes Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Eiweiß aus den einfachsten Eiweißbausteinen, den so genannten Aminosäuren, entsteht. Erhöhte Homocysteinwerte im Blut schädigen die Blutgefäße. Das führt bei den betroffenen Männern zu einer verminderten Durchblutung der Hoden, was schließlich die Spermienbeweglichkeit und die Spermienanzahl im Ejakulat spürbar einschränkt.
Welchen Nutzen eine Vitamintherapie für die Behandlung der männlichen Unfruchtbarkeit bringen kann, müssen jedoch erst noch weitere Untersuchungen zeigen.
Quelle: Serono GmbH
