16.12.2005
Hodenkrebs und Infertilität
Die Forscher hatten die Hodenkrebsrate von infertilen Männern unter die Lupe genommen und dabei ein 22,6-fach erhöhtes Krebsrisiko festgestellt.Nachdem sämtliche Fälle von Kryptorchismus abgezogen worden waren, blieb immer noch ein 18,3-fach erhöhtes Krebsrisiko übrig. Beim Kryptorchismus, auch Hodenhochstand genannt, befinden sich die Hoden nicht im Hodensack, sondern noch in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal. Etwa vier Prozent aller männlichen Neugeborenen sind von dieser Fehlbildung betroffen. Von ihnen ist sei längerer Zeit bekannt, dass sie nicht nur mit einem erhöhten Infertilitätsrisiko, sondern gleichzeitig mit einem erhöhten Hodenkrebsrisiko rechnen müssen.
Nun sind auch alle anderen infertilen Männer in den Focus der Forschung gelangt. Nach einem Bericht im „Journal of Urology“ wurde beim Screenen von 500 infertilen Männern ein Fall von Hodenkrebs entdeckt. Ein Vergleichswert verdeutlicht die auffällige Häufigkeit der Erkrankungen. Beim Brustkrebs-Screening müssen 1.500 – also dreimal so viel – Frauen untersucht werden, um einen Erkrankungsfall zu entdecken.
Nach Ansicht der Wissenschaftler sollten infertile Männer auf Grund des erhöhten Krebsrisikos ihre Hoden – eventuell per Ultraschall – beim Urologen untersuchen lassen, auch wenn diese über ausreichend Sperma verfügen und mit Hilfe der Reproduktionsmedizin eine Schwangerschaft herbeigeführt werden kann.
Quelle: Serono GmbH
